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Eigentlich war es kein Wunder, dass
Karo das Angebot annahm. Sie ist absolut begnadet, was die
Office-Produkte von Microsoft angeht und ich kann nur staunend
daneben stehen, wenn sie in null Komma nix eine Präsentation
zusammenzaubert oder die komplexesten Formeln runterhackt. Und als
sie dann diese Anzeige las, war klar, dass sie anrufen würde.
Geschäftsmann sucht Nachhilfe in Word, Excel und Powerpoint.
Termine nach Vereinbarung. Gute Bezahlung.
Tel:(xxxx) xx xx xx
Als ich abends nach Hause kam, erzählte mir Karo
aufgeregt von ihrer neuen Einnahmequelle. So wie es aussah, brauchte
der Gute wirklich einen Absolute Beginners Kurs und Karo rechnete
mal mit mindestens 20 Stunden. Das für 15,- Euro die Stunde – nicht
schlecht, dachte ich. Sie hatten erst mal eine Probestunde
vereinbart und wollten dann weitersehen.
Das einzige, was mich etwas beunruhigte, war die Tatsache, dass die
Nachhilfestunden bei ihm zu Hause stattfinden sollten. Auch Karo war
nicht ganz wohl bei dem Gedanken, also verabredeten wir, dass ich
mitfahre, unten im Wagen warte und nach spätestens 60 Minuten
klingeln sollte, falls sie sich bis dahin nicht gemeldet hätte.
Besagter Abend kam und wir fuhren gemeinsam zu einem eleganten
Apartmenthaus in einer der besseren Wohngegenden. Geld schien der
gute Mann zu haben. Ich suchte einen Parkplatz, Karo stellte sicher,
dass ihr Handy an war, atmete noch mal tief durch und stieg dann
aus. Durch die Scheiben beobachtete ich, wie Karo über die Strasse
ging, die Klingel suchte und fand und dann mit einem letzten Winken
im Haus verschwand. Ich blicke auf die Uhr und begann zu warten.
Man merkt erst mal, wie lange eine Stunde sein kann, wenn man nichts
zu tun hat und untätig herum sitzt. Ich beobachtete die Strasse,
aber es war nicht viel los und so tropften die Minuten dahin. Nach
ca. 50 Minuten wurde ich langsam unruhig, aber pünktlich nach 57
Minuten klingelte mein Handy. Karo war dran.
"Hi du", sagte sie, "alles okay. Lief alles gut. Aber Sam fragt, ob
du nicht noch auf einen Tee herauf kommen möchtest. Wir müssen noch
die Termine absprechen." "Klar, kein Problem," erwiderte ich.
Ich schloss den Wagen ab und ging über die Strasse. Die Klingel von
Sam war ganz oben. Kurz nach dem Klingel summte der Türöffner und
die Stimme aus dem Lautsprecher meinte: "Ganz oben." Ich fuhr mit
dem Fahrstuhl in den sechsten Stock und stand vor der einzigen Tür
auf dem ganzen Stockwerk. Offensichtlich nahm das Penthouse
tatsächlich die ganze Fläche ein. Und als Sam mir die Tür öffnete,
staunte ich in der Tat über die riesige Fläche der Wohnung und den
spektakulären Blick. Noch mehr überraschte mich allerdings, dass Sam
ein Schwarzer war.
Vor mir stand ein Mann, vermutlich jenseits der 50, wohlgenährt,
aber dennoch muskulös, in legerer Freizeitkleidung und bat mich
herein. Karo saß im riesigen Wohnzimmer auf einer weißen Ledercouch.
Sam bat mich herein und bot mir etwas zu trinken an. Während er in
die Küche verschwand, setzte ich mich neben Karo...
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